Doku des Alltags: Eisenbahn in der BD München
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München – Augsburg – Ulm
Haspelmoor
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Die Bahn durchs Haspelmoor
Mit dem Bau der Bahn durch das Haspelmoor wurde zum ersten Mal eine Bahnstrecke durch ein Moor verlegt. Das war für damalige Verhälntisse natürlich nicht einfach. Durch aufwendige Entwässerungsmaßnahmen gelang es dann dennoch die Trasse trocken zu legen und die Strecke konnte am 4. Oktober 1840 dem Verkehr übergeben werden. 1853 wurde der Bahnhof Haspelmoor in Betrieb genommen, nachdem bereits seit 1846 in großen Umfang Torf für die Lokomotivbefeuerung gestochen wurde. Die Ortschaft Haspelmoor entstand kurz darauf. Der Torfabbau wurde immer weiter ausgebaut, der Vertrieb wurde auf Europa ausgeweitet. Bis zu 1600 Arbeiter waren in dem Betrieb beschäftigt. Während des 1. und 2. Weltkriegs mußten russische Kriegsgefangene dort Zwangsarbeit leisten. In der Nachkriegszeit gab es bis 1972 ein Moorversuchsgut.

Von all dem sieht man heute kaum noch was. Die einst völlig freien Flächen sind inzwischen völlig von der Natur zurückerobert, einzig die Bahnlinie durchschneidet das dichte Waldstück. Ein bekannter Fotostandpunkt dürfte die westlich gelegene Feldwegbrücke sein, die inzwischen abgetragen wurde um Platz für den viergleisigen Ausbau der Strecke zu machen.

1. + 2.) Der IC 782 "Ernst Barlach" München - Hamburg-Altona brettert an einem lichten Januarnachmittag durch den Bahnhof Haspelmoor Richtung Augsburg. Hier ist noch der Flair einer ursprünglichen Schnellfahrstrecke zu spüren. Etwas gemächlicher kommt ein Güterzug nach München entgegen, bespannt mit 150 039. Links im Bild auf dem Abstellgleis stehen Zuckerrübenwagen, die außerhalb der Saison nicht benötigt werden. Ansonsten wurde dieses Gleis auch bevorzugt zum Abstellen ausgemusterter Güterwagen verwendet.

150 039 wurde 1958 in Dienst gestellt und 1993, also 2 Jahre nach diesem Bild ausgemustert. Auch die alten Lichtsignale der Bauart 1959 sind längst Geschichte.

3.) 103 123 mit dem EC 13 "Blauer Enzian" Dortmund — Klagenfurt, etwa um viertel nach eins bei der Durchfahrt in Haspelmoor.
4.) Gleich darauf kommt aus München der IC 128 "Karwendel" Seefeld i. Tirol – Dortmund herangebrettert.
5.) Zwischen die schnellen Züge mischen sich zwischendurch kurze Nahverkehrszüge, so wie der N 4041 Mering – Nannhofen. Abfahrt in Mering war um 13.14, Ankunft in Nannhofen, wo Anschluß an die S 3 besteht wird um 13.26 sein. Zwischenhalte sind Althegnenberg und Haspelmoor. Werktags gibt es 6 solcher Zugpaare, wovon eines ab/nach Maisach geht. Bespannt sind diese 2-Wagenzüge mit 141 vom Bw Nürnberg.

6.) 150 065 verlässt mit einem Güterzug aus G-Wagen das Haspelmoor und passiert dabei das Einfahrtsignal. Es zeigt Hp 2 und Halt erwarten im Bahnhof.
7. + 8.) Der entschwindenden 150 065 nachgeschaut und schon fällt der Blick auf den entgegenkommenden Güterzug, gezogen von 151 133, dem die Langsamfahrt in den Bahnhof gilt. Es steht also eine Überholung durch einen Schnellzug an.
9.) Minuten später kommt 111 014 mit dem D 2663 Karlsruhe – München und wird in Haspelmoor den Güterzug überholen. Das Ziel München Hbf wird um 13.55 erreicht sein. Karlsruhe wurde um 10.07 verlassen.
10.) Richtung Augsburg rattert bereits der nächste Güterzug, ebenfalls mit einer 150 bespannt.
11.) Einer der kürzesten Intercitys zu jener Zeit:

103 112 vom Bw Frankfurt/M 1 bespannt den IC 884 "Lucas Cranach" von München nach Nürnberg, der wie der vier Stunden später fahrende IC 882 "Hans Sachs" nur aus einem Postwagen, einem 1. Klasse- und zwei 2. Klasse-Wagen bestand. Abfahrt in München war um 13.34, Ankunft in Nürnberg wird um 15.16 sein.

12.) Der N 4042 Nannhofen – Mering verlässt Haspelmoor. Es handelt sich um die selbe Garnitur wie auf Bild 5. Abfahrt in Nannhofen war um 13.39, Ankunft in Mering wird um 13.50 sein. In den beiden Zwischenstationen Haspelmoor und Althegnenberg hält er um 13.43 und 13.46.

Gleich um 14.04 wird es zurück nach Nannhofen gehen, als N 4043.

13.) Aus der Gegenrichtung kommt 111 123 mit dem E 3111 Donauwörth – München, Ankunft dort ist 14.27.
14.) Unmittelbar darauf folgt der IC 512 "Gambrinus" bespannt mit 103 109. Zusammen mit 12 weiteren Maschinen erhielt sie einen roten Rahmen. Es ist nun kurz nach 14 Uhr und der Zug ist noch am Beginn seiner Reise. Sein Ziel Dortmund wird er um 21.13 erreicht haben.

Ganz hinten am Bahnsteigende, wo die Wagen der 1. Klasse beginnen sieht man noch den E 3111 unter der Brücke entschwinden.

15.) Auf dem langen Abstellgleis am Westkopf war an diesem Tag eine lange Reihe an offenen Wagen für den Zuckerrübentransport abgestellt.

(überarbeitet am 23.02.2014)

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