Doku des Alltags: Eisenbahn in München
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Eisenbahn in München
München-Pasing Pbf
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München-Pasing 1972-75, Bilder 1-10 +13 Paul Müller (Isartalbahner)
1.) Am 8.9.1972 leistet die Augsburger 212 234 einer Kemptener 221 Vorspann. Nicht dass die 221 mit ihrem Eilzug aus Kempten den Vorspann nötig gehabt hätte, aber es war noch während den Olympischen Spielen in München (26.8.1972 - 11.9.1972). Denkbar, dass die 212 ab Buchloe Leervorspann machte, um in München einen Oly-Sonderzug Richtung Allgäu zu übernehmen.
2.) Am 2.11.1973 verlässt ein Vollzug mit 420 001 am Schluss Gleis 6, auf dem Weg nach Gauting. Flankiert von den Gepäckaufzügen, die mit dem Neubau der Bahnsteige verschwanden. Dahinter spitzt das Dach vom Stellwerk Pf hervor.
3.) 18.4.1975: Für das Personal vom AW München-Neuaubing pendelte früh und nachmittags eine 4-Teiler-Garnitur ET 85, hier grade um 16:00 angekommen - Zusammenstellung war 485 023 - 885 005 - 885 003 - 485 022. Rechts im Hintergrund ist die Güterabfertigung zu sehen.

4.) Noch ein Pendlerzug: die wendezugfähige 144 184 (Bw Rosenheim) verlässt mit dem SIEMENS-Zug Gleis 1 nach Fürstenfeldbruck. Es handelt sich um den N 7728 Deisenhofen 15:47 – 16:28 Fürstenfeldbruck.

Der Siemens-Zug fuhr bis in die 90er Jahre lokbespannt, danach noch eine Weile mit 420er. Seit der Einführung der S 20, fahren werktags mehrere S-Bahnzüge auf dieser Relation, jedoch über Fürstenfeldbruck hinaus bis nach Grafrath und Geltendorf. Und in der anderen Richtung auf der Isartalbahn bis nach Höllriegelskreuth.

5.) Ebenfalls am 18.4.1975: die Siebzehner hatte was Besonderes am Haken, den als "Dienstzug" geführten E 3050, der nicht im Kursbuch verzeichnet war. Er übernahm die vom ET 85 gebrachten AW-Bediensteten und schaufelte sie in die Heimat nach Augsburg, Abfahrt 16:16. Im Bild ist der 8-Motorer grade am hinausröhren, Schottersteinspringen garantiert.

Der Zug kam in der Frühe als E 3051 von Augsburg, fuhr als geschobene Sperrfahrt(!) nach Pasing Bbf - nachmittags das selbe Spiel retour.

6.)
7.) Neu und alt dicht beieinander, am 28.4.1975. 420 543 steuert den damals noch oberirdischen Endbahnhof Ismaning an. Auf Gleis 3 erneut der Neuaubinger Pendelzug, wiederum bestehend aus 485 023 - 885 005 - 885 003 - 485 022.

8.) Auch am 28.4.1975 der E 3050, diesmal mit 117 012. Die Frankfurter 103 121 mit dem D 310 'Wörthersee' rauscht durch, Abfahrt im Hauptbahnhof war 16:03. Damals war Pasing kein Fernzughalt. Der Münchner Knallfrosch namens 141 013 hatte besondere Stromabnehmer.
9.) Mühldorfs 215 115 machte sich im Leerzugdienst nützlich. Die 3 vorderen Wagen waren relativ neue Bm 234 mit 160er-Zulassung und nur El Hz. Bis auf einen Wagen haben die Ozeanblauen noch einen schwarzen Rahmen ohne Zierlinie. Der "Speisewagen" war ein BRym, demnach dürfte das ein Sonderzug gewesen sein.

Im Hintergrund die damals noch aktive Chemiefabrik Weyl.

10.) Ein seltener Blick aus dem Pasinger Zollamt. Der Isartalbahner schreibt dazu: Zu der Zeit war ich noch im Speditionsbereich tätig, aber eine Abfertigung von Pasinger Gbf angelandeten Bahn-Zollgut(!) im Zollamt München-Pasing war doch was Besonderes. Den Chef kannte ich, sein Sohn war auch schon ein höheres Viech im HZA an der Landsberger Straße - und beide kannten mein Hobby.

So kam´s, dass ich aus dem Dienstraum runter einen recht seltenen Bahndienstwagen aufnehmen konnte.
Ursprung ein sog. Einheits-Nebenbahnwagen mit kurzem Achsstand von 6,20 Metern. Die Wagen waren sowohl mit dem "Rübezahl" ET 89 auf der schlesischen "Zackenbahn" eingesetzt wie auf der Höllentalbahn. Einer ist im BEM wieder betriebsfähig aufgearbeitet worden - der 98 001 - Urvater der ganzen Truppe.

Schräg dahinter ein ab 1944 gebauter Behelfspersonenwagen MCi 44. Nach dem Krieg wurden viele der Wagen weiterverwendet, aber wie? Zwei Rahmen und Wagenkästen zusammen gebaut - daraus entstanden die Behelfs-Packwagen MPw4i, die ältere unter uns noch kennen.

Dahinter trollte sich eine 111 mit einem D-Zug Richtung München. Der letzte ein ehemaliger TOUROPA- oder DB-Liegewagen, von denen schon in den 1960er-Jahren viele zu reinen Sitzwagen umgebaut wurden, kenntlich durch 14 gleichgrosse Fenster. Am angeschnittenen vorletzten Wagen erkennt man am rechten Bildrand grade noch den Beschriftungs-Buchstaben "S", was für "Speiseraum" stand. Obwohl er auch 14 gleichgrosse Fenster hat, war der DB-Keks unter einem Fenster. Warum? Weil bis zum Zwischenraum zwischen diesem und dem nächsten Fenster rechts die grüne Farbe reichte, der Rest dann Speisewagen mässig rot.
11.) Vergleichsbild zu Bild 1, am 17.1.2009. Die Neugestaltung des Bahnhofes und seinem Umfeld ist schon voll im Gange.

Regionalbahn aus Mittenwald beim Halt auf Gleis 2. Heute als Gleis 3 bezeichnet, weil jenseits vom Hausbahnsteig die Option für ein neues Gleis 1 gegeben ist. Im Hintergrund werden gerade die Neubauten hochgezogen. Ganz rechts erkennt man gerade noch die Demontage des Bahnsteigdaches der Gleise 4/5.

12.) Am frühen Morgen des 29.3.2002 steht der produktfarbene 420 080 als S5 nach Herrsching auf Gleis 6. Bis Westkreuz schlägt er den selben Weg ein wie der 420 001 auf Bild 2 und biegt dort auf die Herrschinger Strecke ab.
13.) Standort Gleis 4 (heute 5), mit Blick auf Gleis 3 (heute 4): 111 031 mit dem E 3624 aus Mittenwald am 9.1.1993 um 14:43.
14.) Fast die gleiche Ansicht 2019, aber nur fast. Denn mit dem Umbau wurden die Bahnsteigdächer nach Osten verlängert. Fotostandort von Bild 6 war ungefähr dort, wo hier der Bahnsteigabschnitt "A" beginnt. Heute geht von dort ein zusätzlicher Treppenabgang zum zweiten Tunnel, der früher zwar auch schon existierte, aber keinen Bahnsteigzugang hatte.
15.) 420 948 im Mai 2015 annähernd in selber Position wie 144 184 auf Bild 4. Der Kurzzug kam gerade als S 20 aus Höllriegelskreuth an und rückt nun in den Abstellbahnhof Pasing West ein.

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