Doku des Alltags: Strecken und Bahnhöfe
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Knotenpunkt von Main-Weser-Bahn, Köln-Mindener Eisenbahn und Oberhessischer Eisenbahn
Bahnhof Gießen

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Bahnhof Gießen am Donnerstag, den 1. Juli 1993.

An diesem Tag machte ich die Rundfahrt Gießen – Dillenburg – Siegen – Betzdorf – Daaden – Betzdorf – Herdorf – Dillenburg – Herborn – Gießen. Die Anfahrt ab München erfolgte mit dem ICE 792, Mü Hbf ab 5:44, Frankfurt (M) Hbf an 9:13. Von Frankfurt ging es um 9:21 weiter mit dem E 3604. Ankunft in Gießen um 10:03. Der sehenswerte Anschlußzug nach Dillenburg stand schon auf Gleis 1 zur Abfahrt um 10:16 bereit:

1.) Einziges Bild vom Vormittag dieses Tages, die Fahrt ging gleich weiter mit dem zugkräftigen N 8116, planmäßig bespannt mit einer 150. Die Abfahrt ist um 10:20 Uhr. 150 045 brachte mich bis Dillenburg. In Dillenburg hatte ich Anschluß an den D2510 nach Norddeich Mole mit dem ich bis Siegen-Weidenau fuhr. Dann ging es nach Siegen und Betzdorf, von dort mit dem Schienenbus zuerst nach Daaden und zurück und schließlich über Haiger wieder nach Dillenburg und dann zurück nach Gießen.

2.) Am frühen Abend wieder von der großen Rundfahrt zurück in Gießen. Mit dem N 8019, der von 141 100 gezogen wurde kam ich aus Herborn (Dillkr). Rechts auf Gleis 16 rollt gerade 216 211 heran. Sie wird um 17:52 mit dem N 8465 nach Alsfeld über die Vogelsbergbahn abfahren.
3.) 141 100 wurde vom auf Gleis 15 stehenden Zug abgekuppelt und setzt um. Um 18:20 wird sie ihren Zug als N 8136 zurück nach Dillenburg befördern. Links auf Gleis 9 steht 628 321 mit Steuerwagen voraus als N 6988 nach Limburg. Abfahrt ist 18:15. Der Zugzielanzeiger sollte allerdings noch auf Koblenz geändert werden. Nur am Samstag fährt er bloß bis Limburg.
4.) Auf Gleis 3 ist 110 336 mit dem Eilzug aus Kassel eingefahren. Der Eilzug aus Frankfurt auf Gleis 1 endet in Gießen. Der Zugschluss ist schon ausgeschaltet. Vermutlich fährt dieser Zug um 18:10 mit Fahrtrichtungswechsel als E 8024 nach Siegen. Dann würde in den nächsten Augenblicken eine Lok an dieses Zugende gekuppelt werden. Das habe ich leider nicht bildlich belegt.
5.) Ein Schwenk nach links zeigt die Überdachung des Bahnsteigs von Gleis 4 und 5 mit der dahinterliegenden Güterabfertigung, wo gerade 365 229 mit dem rangieren von G-Wagen beschäftigt ist.
6.) Inzwischen ist es 18:20 und 141 312 hat ihren Nahverkehrszug aus Hanau auf Gleis 5 hereingeschoben.
7. + 8.) Zur gleichen Zeit:

141 101 (Bw Frankfurt 1) passt mit ihren 3 Silberlingen gerade auf das kurze Kopfgleis 9. Abfahrt 18:55, also 35 Minuten nach dem N 8136 mit 141 100, siehe Bild 3.

Gleis 9 und das danebenliegende Nebengleis 10 trennen "Staatsbahnhof" auf der nordwestlichen Seite vom "Oberhessischen Bahnhof" auf der südöstlichen Seite.

Das hier sichtbare Signal F9 ist nur ein Zwischensignal. Von Gleis 9 waren nur Ausfahrten Richtung Wetzlar möglich. Das eigentliche Ausfahrtsignal befand sich weit außerhalb kurz vor dem Streckenabzweig zum Rbf.
Im Hintergrund ist das Stellwerk Gl am Rangierbahnhof zu erkennen.

141 101 hatte trotz des blau-beigen Anstrichs nochmal waagrechte Lamellenlüfter der Bauart Schweiger erhalten, nachdem sie zuvor im grünen Anstrich schon mal senkrechte Lüftergitter besaß. Bis 11.07.1984 war sie grün lackiert, dann bis 24.09.1997 ozeanblau-beige.

9. + 10.) 110 348 hat den D-Zug nach Münster aus Frankfurt gebracht. Während der hintere Zugteil von einer anderen Lok entgegengesetzt weiter über Hagen und Hamm nach Münster gezogen wird, bleibt 110 348 am vorderen Zugteil, der sogleich als Eilzug weiter nach Treysa fährt.

Während der Zugtrennung ist die Lok abgebügelt. Zur Unfallverhütung müssen für das Kuppeln und Entkuppeln der Heizleitungen dieselbigen stromlos sein, deshalb muß aus Sicherheitsgründen der Stromabnehmer gesenkt werden. Links ist der Vorgang beendet und die Reise geht weiter.

110 348 war während ihrer gesamten Einsatzzeit (11.11.1964 - 30.06.2003) blau lackiert und ist heute als Museumsfahrzeug erhalten geblieben. Sie gehört zum Bestand des DB-Museums in Koblenz.

Seit 1965 hängt in Gießen der Fahrdraht aus Richtung Frankfurt und seit 1967 geht es durchgehend bis Kassel elektrisch. 1993 kommen werktags ca. 220 Züge in Gießen an und etwa genauso viele fahren ab. Trotz der Lage an wichtigen Hauptstrecken ist Gießen abseits vom IC-Netz.

Ein weiteres Bild von 110 348 im Januar 1996 in Kassel Hbf ist hier zu sehen.

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