Doku-des-Alltags: Strecken und Bahnhöfe

 

Hamburg-Altona

Der Kopfbahnhof Hamburg-Altona stellt mit seinen verzweigten Gleisanlagen ein interessantes Ambiente dar. Auch wenn nach dem Niedergang des Betriebswerks mit seiner Doppeldrehscheibe und dem Abriss des alten Empfangsgebäudes samt Bahnsteighalle das einzigartige Flair des Bahnhofs fast komplett verloren ging, so gab es doch noch einige sehenswerte Ecken und Signalanlagen zu entdecken.

Der Bahnhof hat folgende Kilometrierungen:

293,2 von Berlin
0,7 nach Kiel
1,0 nach Blankenese
5,9 von Hamburg Hbf

1.) 103 160 steht zur Abfahrt nach München über Bremen – Dortmund – Köln bereit. Rechts auf Gleis 9 ist gerade der D 1988 ›Meteor‹ aus München Ost angekommen. Der ICE links dürfte der ICE 585 nach Garmisch-Partenkirchen sein.



2.) Nachdem 103 160 Gleis 10 verlassen hat, werden die Autotransporter von 360 271 abgezogen und ins nunmehr leere Gleis 10 geschoben.

3.) Nun ist der Blick frei auf Gleis 11 wo ein 218-Doppel mit 218 337 voran mit dem IC Deichgraf auf die Abfahrt um 8:46 wartet.

4.) Auf Gleis 10 ist nun der Entladevorgang der Autos im Gange. Über den Querbahnsteig gehts ins Freie. Der Deichgraf hat inzwischen Gleis 11 verlassen.

5.) Sommerabend auf Gleis 5 (welches 1989 noch Gleis 4 hieß). Ein Wendezug nach Westerland ist kurz vor der Abfahrt.

6.) 218 119 dieselt mit dem Zug nordwärts. Links fällt der Blick in die verwinkelten Straßenzüge von Ottensen.

7.) Wenig später auf der anderen Seite des Bahnhofs: 232 131 wartet mit einem Interregio nach Rostock auf die Abfahrt.

8.) Schon geht es los. Links liegt das Zufahrtsgleis das über die Rampe nach unten durch den „Schellfischtunnel“ zum Altonaer Hafen führt. Der Tunnel ist 961 m lang und war von 1876 bis 1992 in Betrieb.

9.) 218 175 (Bw Flensburg) steht an einem Abend im Mai 1989 mit einem langen Zug auf Gleis 4. Möglicherweise war sie mit der Garnitur um 20:21 als E 3769 aus Westerland angekommen. Nun steht der Zug jedenfalls als Rückleistung E 3792 bereit. Dieser Zug fährt nur Sonn- und Feiertags. Im Kursbuch hat er ausserdem u. a. den Vermerk "auch 16./17.V.89", d. h. er fuhr Pfingstsonntag und -montag, sowie am darauffolgenden Dienstag und Mittwoch. Abfahrt ist um 21:35, Ankunft in Westerland um 0:47. Offenbar ein besonderer Service in den Pfingstferien.

10.) Zwei Gleise weiter war kurz zuvor 218 169 mit einem D-Zug aus Berlin angekommen. Bei der Lok ist inzwischen die Schlussbeleuchtung eingeschaltet, sie wird wohl die Wagengarnitur gleich ins Vorfeld schieben.

11.) Wenig später setzen 218 194 und 218 116 mittels Sägefahrt über Gleis 8 und 7 von der einen Bahnhofshälfte in die andere über.

12.) Abfahrt des E 3792. Die purpurrote 218 114 zieht den Zug gleich ins Abendrot hinein. Fünf Jahre später traf ich nochmal auf 218 114 im Bahnhof Malente-Gremsmühlen. Da war sie dann schon orientrot lackiert.



13.) Das Stellwerk Af war bereits ein Gleisbildstellwerk und wurde ca. 1951 in Betrieb genommen. Es ersetzte ein Brückenstellwerk samt Signalbrücke. Das Af war bis 1995 in Betrieb, dann übernahm das ESTW, das offenbar Anlaufschwierigkeiten hatte.

14.) Nochmal ein Blick auf die beiden umsetzenden Loks 218 116 und 218 194.

15.) In den 1990er Jahren gab es im nördlichen Bereich von Hamburg-Altona noch (elektro)mechanische Stellwerke, Formsignale und Signalbrücken.

Der von Westerland kommende IC 827 erreicht Hamburg-Altona. Bei der Einfahrt hinter Langefelde wird zunächst diese Signalbrücke passiert. Dahinter erfolgt der Streckenverzweig Richtung Hauptbahnhof in östliche Richtung und geradeaus weiter bis Altona.

Gezogen wurde der IC 827 von 218 338, der heute einzigen noch vorhandenen 218 mit Pielstickmotor. Sie ist beim Verein „Historische Eisenbahnfahrzeuge Lübeck“ hinterstellt.

16.) Das dazugehörige Stellwerk An.

17.) Mein einziges Bild das einen ICE mit Formsignalbrücke zeigt.

18.) Die zweite Signalbrücke wird passiert. Dahinter taucht das Stellwerk Ap auf, wo sich die Gleise teilen und das Bw westlich und östlich umrunden. Das ansteigende Gleis rechts führt nach Bahrenfeld/Blankenese.

19.) Links gegenüber das Stellwerk Ak. Einen sehr detaillierten Beitrag über die Altonaer Stellwerke ist hier zu finden (Externer Link ins historische Forum von Drehscheibe-Online)

20.) Die Ausfahrt des Personenbahnhofs, gesehen vom Bahnsteig der Gleise 9 und 10. Zwischen den Streckenästen, die sich gleich am Bahnsteigende trennen ist die Zufahrt zum Bw. Links ist das Stw R2 zu sehen, rechts das R1, leider zusammen mit dem Wasserturm z. T. vom Turmmasten verdeckt. Ganz links die Abstellgruppe der S-Bahn. Die Ausfahrtsignale am Personenbahnhof zeigen nicht, wie man es üblicherweise kennt Hp00, sondern haben einen normalen Hauptsignalschirm mit zusätzlich montierten Sperrsignalen. Auch diese sind von unterschiedlicher Bauform.

20a) Vergrößerter Bildausschnitt von Bild 6 mit Blick auf die S-Bahnabstellgruppe.

21.) Hier fallen zwei Kilometerangaben auf: 292,4 ist ab Berlin Lehrter Bf, km 1,2 bezieht sich auf die Marschbahn nach Westerland, die mit km 0,7 im heutigen Bahnhof Altona beginnt. Der tatsächliche km 0,0 lag im ursprünglichen Bahnhof Altona, der noch ein Stück südlicher in Richtung Elbufer sich befand.

22.) Blick in den S-Bahnbereich, wo sich von der Tunnelrampe kommend die Strecke teilt Richtung Blankenese, Pinneberg und Hauptbahnhof.

23.) S1 nach Blankenese hat soeben den S-Bahntunnel verlassen.

24.) Ausfahrt von Gleis 4 und 5. Zwei Signale älterer und neuerer Bauart umrahmen die Bw-Zufahrt, wo sich gerade eine Ludmilla ausruht. Auch hier sind wieder die Stellwerke R2 und R1 zu sehen.

25.) 103 183 schiebt einen Leerzug aus dem Bahnhof hinaus. Aufgrund der räumlichen Enge ergab sich hier eine interessante Gleisgeometrie.

26. + 27.) Nördliche Zufahrt und südliches Portal des „Schellfischtunnels“ im Jahre 2003.

28.) 141 402 vor einer Regionalbahn.

29.) 112 113 mit Talgo-NachtZug.

30.) 218 494 wartet auf die Abfahrt Richtung Westerland.