Doku-des-Alltags: Strecken und Bahnhöfe
Übersicht Nord-Süd-Strecke / Nördliches Hessen
Der Bahnhof Frankenberg (Eder) liegt an der einst durchgehenden Strecke Warburg (Westf) – Volkmarsen – Korbach – Frankenberg – Sarnau. Das nördliche, 14,7 km lange, Teilstück Warburg – Volkmarsen wurde am 28.05.1967 im Personenverkehr eingestellt (Güterverkehr 1977). Korbach konnte von dieser Seite weiterhin von Kassel über Volkmarsen erreicht werden.
Volkmarsen – Korbach verlor am 30.05.1987 den Personenverkehr. Am selben Tag wurde der Personenverkehr zwischen Korbach und Frankenberg eingestellt. Der Bahnhof Frankenberg wurde dadurch zum Endbahnhof für die Personenzüge Marburg – Cölbe – Sarnau – Frankenberg.
Während der Abschnitt Warburg – Volkmarsen komplett abgebaut wurde, wurde zwischen Volkmarsen und Korbach der Personenverkehr bereits 1998 wieder aufgenommen. Seit 2025 fahren auch zwischen Korbach und Frankenberg wieder regionale Personenzüge.
In Frankenberg zweigt die 9 km lange Nebenstrecke nach Allendorf (Eder) ab, Reststück der 62 km langen Strecke (Bestwig –) Nuttlar – Winterberg – Frankenberg, die 1966 den Personenverkehr zwischen Winterberg und Allendorf verlor und 1967 den Güterverkehr im selben Abschnitt. In Allendorf zweigte zudem die 32 km lange Strecke nach Bad Berleburg ab, die 1981 im Personenverkehr stillgelegt wurde, und zwischen 1982 und 2002 schrittweise im Güterverkehr. Die restliche Strecke Frankenberg – Allendorf hatte noch lange Jahre große Bedeutung für den Güterverkehr zur dortigen Industrie (u. a. Viessmann).
1.) Ankunft des N 8458 von Marburg um 11:29. Der Zug ist mit 212 118 (Bw Gießen) bespannt.
Nachdem der Personenverkehr nach Korbach 1987 eingestellt wurde und Frankenberg in dieser Hinsicht zum Endbahnhof wurde, wurden wohl um diesen Zeitpunkt herum die Signalanlagen an der nördlichen Ausfahrt abgebaut und das Gleis 1 gekappt. Dieses wurde dann noch zum Bereitstellen von Güterzügen verwendet.
2.) Schon ist 212 118 abgekuppelt um ihre beiden Silberlinge zu umfahren. Die für Frankenberg charakteristische Kulisse bilden die Fachwerküberdachungen der Treppenabgänge und das Kreiskrankenhaus auf dem bewaldeten Hügel im Hintergrund jenseits des Flusses Eder.
3.) Die südwestliche Ausfahrt des Bahnhofs. Links ist das Stellwerk Ff. Ausfahrsignale stehen an den Gleisen 2 und 3 sowie ein Gruppenausfahrsignal für die weiteren Gleise. Gleis 1 wird zu dieser Zeit nicht mehr für Zugfahrten genutzt. 212 118 ist hier gerade beim Umsetzen für ihren Nahverkehrszug nach Marburg.
4.) Nun steht sie wieder vor ihrem Zug. Schon um 11:46 wirds als N 8463 zurück nach Marburg, das um 12:33 erreicht sein wird. 212 118 wurde Ende des Jahres 1993 ausgemustert.
5.) Rückansicht des Zuges, vom Bahnübergang an der Röddenauer Straße. Am rechten Bildrand stand früher das ehemalige Stw Ff, das inzwischen abgerissen wurde. Das heutige Fdl-Stellwerk Ff am Südkopf war damals das Wärterstellwerk Fs.
Seit 2010 hat der Bahnhof ein elektroisches Stellwerk und Lichtsignale sowie modernisierte Bahnsteige.
6.) Gesamtansicht des Bahnhofs von Südwest nach Nordost. Rechts das Stw Ff. Links der noch vorhandene Ringlokschuppen mit Drehscheibe. Das kleine Betriebswerk Frankenberg war bis 1956 eigentständige Betriebstelle und wurde dann zur Außenstelle vom Bw Marburg. Weiterhin wurden hier Lokomotiven abgestellt und versorgt.
Ab 1956 waren dem Bw Marburg alle 15 frisch ausgelieferten Loks der Baureihe V 65 zugeteilt. Die Stangendieselloks hatten eine Dampfheizung und waren u. a. auf den Strecken Sarnau – Frankenberg und Frankenberg – Winterberg – Bestwig im Personenverkehr eingesetzt, bis sie Anfang der 1960er Jahre von der stärkeren V 100 verdrängt wurden. Die V 65 wanderte in den Jahren 1961 und 1962 (bzw. die letzten im Jahr 1964?) zum Bw Hamburg-Altona und einzelne Maschinen zum, bis 1966 bestehenden, Bw Puttgarden auf Fehmarn (V 65 001, 002 und 004). Nach dessen Auflösung kamen sie zum Bw Lübeck.
V 65 001 24.05.1956 bis 17.12.1961
V 65 002 08.05.1956 bis 10.10.1961
V 65 003 17.05.1956 bis 1964
V 65 004 13.05.1956 bis 02.04.1962
V 65 005 13.06.1956 bis 1964
V 65 006 28.05.1956 bis 31.01.1962
V 65 007 30.05.1956 bis 1964
V 65 008 01.06.1956 bis 26.12.1962
V 65 009 15.06.1956 bis 1964
V 65 010 08.06.1956 bis 05.03.1962
V 65 011 16.06.1956 bis 08.01.1962
V 65 012 03.07.1956 bis 18.02.1962
V 65 013 25.06.1956 bis 1964
V 65 014 26.06.1956 bis 25.01.1962
V 65 015 05.07.1956 bis 15.03.1962
Quelle: revisionsdaten.de

6a) Eine Vergrößerung des gleichen Bildes. Das Backsteinhäuschen in der Mitte dürfte zu einer Gleiswaage gehören. Von dem Gleis, das von der einfachen Kreuzungsweiche zum Güterschuppen verläuft scheint früher ein Anschlußgleis abgezweigt zu sein, welches die beiden nächsten Gleise mittels zweier Kreuzungen querte und dann zwischen der Laderampe und dem Stw in das Industriegelände führte.
7.) Der Blick in die entgegengesetzte Richtung mit der Streckentrennung nach Sarnau (links) und Allendorf (rechts) mit den zugehörigen Einfahrsignalen.
Der weitere Verlauf nach Sarnau wird Burgwaldbahn genannt und hat folgende Betriebsstellen: Birkenbringhausen (km 79,8), Wiesenfeld (km 81,7), Ernsthausen (km 86,1), Münchhausen (km 88,2), Simtshausen (km 91,2), Wetter (km 96,2) und Sarnau (km 100,9). In Sarnau trifft die Strecke auf die Strecke Cölbe – Laasphe – Erndtebrück – Kreuztal. Die Personenzüge beider Strecken beginnen und enden im Bahnhof Marburg.
Das verbliebene Streckenreststück nach Allendorf hatte die Zwischenstationen Röddenau, Haine und Rennertehausen. Diese Strecke ist auf der Website sauerlandbahnen.info sehr detailliert beschrieben.
8.) Die gleiche Ansicht wie auf Bild 5, nun jedoch mit dem nächsten Zug nach Marburg, diesmal in Form eines Schienenbusses der Baureihe 796.
9.) Die Abfahrt des Zweiteilers wird um 12:41 sein, Ankunft in Marburg um 13:28.
10.) Zuvor fährt noch der Güterzug von Allendorf ein, der eine beachtliche Länge hat.