Doku des Alltags: Eisenbahn in München
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Eisenbahn in München
Brückenlandschaften in München-Laim
Stammstrecke: Pasing | Laim | Donnersbergerbrücke | HackerbrückeHauptbahnhof
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Zwischen Mü-Pasing und Mü-Laim auf Höhe des Westkopfes von Laim Rbf findet die wohl umfangreichste Streckenverzweigung in München statt. Östlich von Laim Pbf zählt der vom Hauptbahnhof kommende Hauptstrang 10 Gleise (inkl S-Bahn) + 1 Gleis der Verbindung Pasing – Südring. Westlich von Laim Pbf zweigen nach Norden die Ingolstädter und Landshuter Linie von der nach München-Pasing führenden Augsburger Strecke und Garmischer Fernbahn ab. Letztere wird auch von den Zügen ins Allgäu benutzt.

Ebenso teilt sich die S-Bahnstammstrecke hier nach Pasing, Allach und Moosach. Vor der Einführung der S-Bahn gab es in Laim keinen Abzweig der Vororttrasse nach Norden. Sie war den Vorortzügen nach Gauting, Herrsching, Grafrath und Nannhofen vorbehalten, sowie den Personenzügen Richtung Allgäu. Erst mit der Umgestaltung der Bahnanlagen für die S-Bahn wurde ab 1969 der Abzweig nach Moosach und Allach geschaffen.

Den besten Blick auf die Brückenlandschaft in Laim hat man vom Zug aus. Ich habe 1998 eine Bilderserie gemacht. Die folgenden Bilder sind garniert mit sehr interessanten Ansichten aus den Jahren 1968 und 1969, die mir Frank H. aus Kopenhagen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Vor und während der Umbauarbeiten hat er während mehreren Vorbeifahrten den alten Zustand der Gleisverläufe sehr detailiert festgehalten und damit wertvolle Zeitdokumente der Münchner Bahnanlagen geschaffen.

1.) Unterwegs am km 4,7 auf der "Garmischer Fernbahn", die ihren Ursprung im Starnberger Flügelbahnhof hat und in Pasing in die Gleise 1-3 mündet. Blick aus RE 4546 nach Füssen auf das Stellwerk Lwf am Westkopf von Laim Rbf. Es wurde 1951 als erstes Münchner Drucktastenstellwerk in Betrieb genommen. Der Ostkopf des Rangierbahnhofs verblieb dagegen bis zur Umstellung auf Ks-Technik mit Formsignalen und elektromechanischen Stellwerken.

Direkt am Stellwerk vorbei wird das stadtauswärtige Gleis nach Pasing nach oben geführt. Die davor abwärtsführende Rampe der S-Bahn nach Freising und Petershausen wurde erst 1969 gebaut, da es ursprünglich hier keinen Abzweig der Vorortgleise gab.

2.) So sah es am 29. Juni 1968 fast an der selben Stelle aus. Dort wo heute die S-Bahngleise Richtung Moosach und Allach nach unten führen war nur Gebüsch und grüne Wiese. Am rechten Bildrand spitzt noch das Dach des Stellwerks Lwf hervor. Dort wo heute das stadtauswärtige einzelne S-Bahngleis nach Pasing nach oben führt, bestand hier noch eine 4-gleisige Trasse, bestehend aus Vorortgleisen und Garmischer Fernbahn. Auf dem Vorortgleis schiebt eine E 41 ihren aus 3yg und BDymf bestehenden Wendezug nach Pasing.

Das Bild entstand aus dem D 382 Kopenhagen – München, gezogen von E 10 279. Laufweg: Købnhavn – Rødby – Puttgarden – Lübeck – Büchen – Lüneburg – Lehrte – Hildesheim – Göttingen – Fulda – Würzburg –Ansbach – Treuchtlingen – Ingolstadt – München. Hamburg, Hannover, Nürnberg und Augsburg wurde umfahren. Der Zug hat an der Abzweigung Kanal von den Ingolstädter auf die Landshuter Gleise gewechselt.

3.) Fast genau ein Jahr später, am 5. Juli 1969 wiederum auf dem Landshut-Münchner Gleis, nunmehr aus dem D 1380 (Zuglok 110 366) gesehen. Diesmal geht der Blick entgegengesetzt stadteinwärts.

Orientierungspunkt ist der km 5,0 – also 300 Meter westlich von Bild 1. An diesem vorbei fährt hier wiederum ein langer Wendezug mit einer E 41 Richtung Pasing. Ihm folgt auf dem Parallelgleis (Garmischer Fernbahn) eine V 200.1 mit einem Zug ins Allgäu!

Die Planierarbeiten für die Aufschüttung eines dreigleisigen Damms haben begonnen. Um die neuen S-Bahngleise kreuzungsfrei und im Richtungsbetrieb in Laim Pbf einfädeln zu können mußte das stadteinwärtige Gleis, sowie die Garmischer Fernbahn auf diesen Damm verschwenkt werden. Die hier viergleisige Rampe wurde in Folge bis auf ein Gleis abgetragen und in den dadurch entstehenden Freiraum die abwärtsführende Rampe nach Moosach/Allach gelegt.

4.) Über diesen Damm fährt 1998 der RE 4546 nach Füssen. Unten die 1969 geschaffenen S-Bahngleise, hier ist ein Hektometerstein km 4,9 zu sehen und das Blocksignal 303. Rechts der eingleisige Damm, der vorher viergleisig war, mit den Signalen 690 und 643.

Hinter der Unterführung teilt sich die S-Bahnstrecke erneut: Die S2 begibt sich auf Berg- und Talfahrt, denn sie muß erneut nach oben geführt werden um sämtliche Fernbahngleise nach Landshut und Ingolstadt zu überqueren. Etwa in der Bildmitte das Stellwerk vom Ablaufberg des Rangierbahnhofs Laim. Heute alles Brachland und Tennisplätze.

5.) Die Überquerung der Strecke nach Landshut (rechts unten) und Ingolstadt (links unten). Vorne die 1969 gebaute 3-gleisige Brücke, die auf Y-Stützen ruht, in der Mitte die ehemals 4-gleisige Brücke (noch erkennbar an den breiten Widerlagern), aber die nunmehr nur noch ein Gleis läuft.

Über die übernächste Brücke führen die Gütergleise Laim – Pasing, die westlich in den Güterbahnhof Pasing münden. Ganz hinten spitzt das Stellwerk "Abzw. Kanal" hervor.

6.) Dann werden beim km 5,2 die Augsburger Streckengleise überquert. Die Garmischer Fernbahn, vom Starnberger Flügelbahnhof kommend, tauscht hier mit der Augsburger Strecke die Position um in Pasing kreuzungsfrei von der nach Süden abzweigen zu können.

7.) Der Blick in die andere Richtung, am km 5,3.
8.) Ein Glückstreffer ist es, dass Frank H. am 17. Juli 1969 fast an der gleichen Stelle ein Bild gemacht hat, als noch alle 4 Gleise über die Hauptbahnen schwenkten. Am linken Bildrand ist der am 22. Februar 1968 eröffnete Olympiaturm zu sehen, in der Bildmitte das Stellwerk am Ablaufberg. Unten die Augsburger Gleise. Vorbei geht es am Blocksignal 507.

9.) Ein neueres Bild, zufällig in noch günstigerer Vergleichsperspektive, vom 22. Juli 2009, also genau 40 Jahre und 5 Tage später. Auch hier spitzt links der Olympiaturm hervor. Die Augsburger Strecke ist vom Gebüsch versteckt, Ablaufberg und Stellwerk längst Vergangenheit. Das einzelne S-Bahngleis biegt wie damals noch in dem scharfen Bogen ab, die drei anderen Gleise in einem wesentlich sanfteren Bogen. Hier steht auch noch das Blocksignal 507, aber nicht mehr lang, das neue Ks-Signal liegt bereit und wartet auf die Montage.
10.) Dort wo auf Bild 9 der Steuerwagen an der Zugspitze zu sehen ist, lagert 40 Jahre vorher der erste der drei Brückenträger für die verschwenkten Gleise. Bild ist auch vom 17. Juli 1969, aber aus dem 2409 aus Kochel, mit einer 141 an der Spitze.
11.) Die fertig montierten Y-Stützen, auf denen die Brücken lagern werden. Diese Ansicht ist mit leichtem Versatz ziemlich genau vis-à-vis zum Bild 6 am km 5,2. Unten in dem Bereich, wo die drei Hauptbahntrassen zusammenlaufen sieht man die provisorischen Baustellenübergang aus Holzbohlen, der auch auf Bild 3 zu sehen ist, am km 5,0
12.) Nun schwenkt der Zug in weitem Bogen im Stellwerk Lwf vorbei Richtung Laim Pbf, der allerdings nur einen Bahnsteig an den Vorortgleisen hat. Auch hier wieder ein guter Blick auf den entstehenden Damm, sowie der schon errichtieten Stützmauer für die S-Bahnrampe. Im Hintergrund schiebt sich auf dem Ingolstädter Gleis ein Wendezug mit einem BDnf-Steuerwagen heran....

13.) .... der hier vorbeieilt. Den Vordergrund bestimmen zeitgenössische Baustellenfahrzeuge.
14. + 15.) Einblicke in den Westkopf von Laim Rbf mit den Ausfahrtgleisen im Vordergrund und der Richtungsgruppe im Hintergrund. Wiederum das Stellwerk Lwf dem gegenüber noch ein älteres Stellwerk stand.
16.) Laim Pbf wird erreicht (29. Juni 1968). Dies ist das Folgebild von Bild 2. Der Inselbahnsteig an den Vorortgleisen hat mittig ein Stellwerk. Dahinter steht das große Betriebshauptgebäude. Davor die Gleise der Garmischer Fernbahn. Entgegen kommt eine E 44 mit einem Zug Richtung Landshut. In dichter Folge kommt auch auf dem Vorortgleis im Hintergrund bereits der nächste Wendezug heran.
17.) Das Jahr 2009 zum Vergleich. Das Betriebshauptgebäude steht noch, der alte Bahnsteig mußte dem S-Bahnbahnsteig weichen, der weiter nach Osten versetzt wurde + Außenbahnsteig stadtauswärts. Das alte Stellwerk stand etwa auf Höhe des zweiten Signalauslegers.
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