Doku des Alltags: Eisenbahn in der BD München
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Allgäubahn & Mittelschwabenachse
München — Geltendorf — Buchloe

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Bahnhof Fürstenfeldbruck km 23.0
Im Einzugsgebiet von München gelegen, fahren aus der Kreisstadt Fürstenfeldbruck täglich entsprechend viele Berufspendler nach München. Um die S-Bahn zu entlasten fuhren bis in die 90er Jahre zusätzliche lokbespannte Züge ab Fürstenfeldbruck, darunter der legendäre Siemenszug, der in München-Pasing von der Stammstrecke abbog und dann bis Siemenswerke und weiter bis Deisenhofen fuhr. Diese Zuggarnitur übernachtete bis Anfang der 80er Jahre im Bahnhof Fürstenfeldbruck und bestand aus 4-achsigen Umbauwagen, was ein aufwendiges Rangier- und Umsetzmanöver zur Folge hatte. Morgens kam eine Lok als Lz aus München, fuhr den Zug bis Deisenhofen oder auch Großhesselohe, wo er den ganzen Tag verbrachte, um gegen Abend die Pendler wieder zurück zu bringen. Nachdem die Lok den Zug wieder umrangiert hatte, fuhr sie als Lz wieder nach München zurück (ich suche übrigens händeringend nach Bildern dieses Umsetzmanövers). In den 70ern waren das wohl z. T. 144er (mit Silberlingen), ab Anfang der 80er in der Regel 141er (mit 4yg) und hin und wieder übernahm sogar eine 194 diese Aufgabe. 

Ende der 80er Jahre waren es auch noch 141er vom Bw Nürnberg, jedoch mit einem Wendezug, der frühmorgens leer aus München herauskam. Es handelte sich dabei um den N7729, der nicht mehr bis nach Deisenhofen, sondern nur noch bis München-Solln fuhr. Abfahrt war um 6.47 Uhr, Ankunft Siemenswerke 7.20 (Solln 7.22). Zwei weitere Nahverkehrszüge starteten morgens in FFB, die nach München Hbf gingen: der 7727 um 6.31 und der 7735 um 7.31 Uhr. Beide wurden von einer Mühldorfer 212 befördert. Kurzzeitig gab es auch noch den 7733, der um 7.08 im Bahnhof Buchenau losfuhr. Während der Siemenszug bis Pasing in allen Stationen einen Halt einlegte, hielten die übrigen Züge nur noch in Eichenau und Puchheim.
 Bis in die frühen 90er Jahre wurde in FFB die Ortsgüteranlage bedient und mittels einer täglichen Übergabe nach München befördert. Es bestand auch noch ein Industrieanschluß in der Buchenau. Bis 1984 war im Bahnhof eine Köf II stationiert, die diese örtlichen Aufgaben erledigte.

Einige Kleinloks, die in Fürstenfeldbruck stationiert waren:

01.02.1960 - 31.12.1967: Köf 6511 (ab 1968: 323 711) Bw München Hbf / Bf. Fürstenfeldbruck
15.11.1964 - 31.12.1967: Köf 4323 (ab 1968: 321 506; ab 1970: 322 636) Bw München Hbf / Bf. Fürstenfeldbruck
01.06.1976 - 02.10.1984: 323 787 Bw München Hbf / Bf. Fürstenfeldbruck

1.) 420 109 ist auf dem Weg nach Geltendorf. Daneben auf Gleis 2 steht 212 082 mit dem N 7735 nach München Hbf. Abfahrt ist in einer Minute. Bei dem Zug handelt es sich um eine Garnitur der Strecke Dachau – Altomünster mit einem interessanten Umlauf. Frühmorgens um 5:37 fuhr der Zug als N 8353 in Altomünster ab und erreichte um 6:41 München Hbf. Anschließend als Leerfahrt nach Fürstenfeldbruck, um ab 7:31 die Leistung nach München Hbf zu erbringen. Die Wagengarnitur samt Lok bleibt tagsüber in München und fährt nachmittags um 16:15 als N 8376 zurück nach Altomünster.

Am letzten Wagen steht der Schaffner und wartet auf die Abfahrtszeit in weniger als einer Minute. Pünktlich wird sich die Mühldorfer V 100 mit den drei Silberlingen auf den Weg machen. Um 7.58 wird München Hbf erreicht sein. Der Zug wird in die dabei in die Hallengleise einfahren.

2.) An einem kühlen Oktobertag im Jahr zuvor brachte 212 043 den N 7735 nach München.
3.) Ein für diesen Streckenabschnitt auch sehr charakteristischer Zuglauf war der Siemenszug, der vordergründig Siemensmitarbeiter aus dem Münchner Westen zur Station Siemenswerke in München-Obersendling brachte. Ende der 1980er Jahre fährt der N 7729 (seit Juni 1989 N 8629) eine knappe dreiviertel Stunde vor dem N 7735 ab, der Zug endet in München-Solln.

An diesem Tag ist 141 035 (Bw Nürnberg) für diese Leistung zuständig. Der Zug kam kurz vorher ebenfalls leer aus München. Abfahrt ist um 6:47. Bis Pasing hält der Zug an jeder Station. Dort wechselt er auf die eingleisige Verbindungsstrecke zum Südring. Die weiteren Halte dort sind Mittersendling (7:16), Siemenswerke (7:20) und Endstation Solln (7:22)

Jahre zuvor war die Zuggarnitur (kein Wendezug, zeitweise auch 4yg) über Nacht auf dem Gleis ganz am rechten Bildrand auf dem Gleis neben Gleis 4 abgestellt. Morgens kam eine 141 als Lz aus München, rangierte den Zug auf Gleis 2 und fuhr dann nach Solln oder Deisenhofen. Abends der umgekehrte Vorgang. Ankunft auf Gleis 2, dann umrangieren des Zuges auf Gleis 5, Lok kehrt als Lz nach München zurück.

4.) Dann gab es noch den N 7727, bei dem es sich um eine (gedrehte) Silberling-Garnitur aus dem Kufstein-Umlauf handelte und von einer 111 befördert wurde. An diesem momentan noch bedeckten Sommertag 1989 steht 111 214 zur Abfahrt um 6:31 bereit. Kurz nach der Ausfahrt dürfte im bald der Siemenszug entgegenkommen, der ja dann zeitnah bereitgestellt wird.

Vorher brettert noch 218 400 mit dem E 3950 nach Memmingen durch, täglich der erste Zug von München nach Buchloe. Eine Frontansicht des Zuges mit 111 214 beim Halt in Eichenau ist hier zu sehen: [Eichenau, Seite 1]

In den Folgejahren gab es bei den Frühzügen immer wieder Änderungen im Umlauf. So ersetzte 1991 der N 8629 Fürstenfeldbruck - Solln den N 7729 , der 1995 wiederum durch den N 8615 Buchenau - Solln ersetzt wird.

5.) Ein frostiger Wintermorgen im Januar 1989. 212 093 hat gerade ihren Leerzug auf Gleis 2 hereingeschoben. Seitlich zwischen Lok und ersten Wagen strömt der Dampf der Dampfheizung empor, der den Wagen eine angenehme Innentemperatur verschafft.
6.) Nachdem die S-Bahn aus München auf Gleis 3 hereingekommen ist, röhrt 212 093 mit ihren drei Silberlingen los. Blick von der alten Laderampe am Ostkopf des Bahnhofs.
7.) Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 gibt es auf dem Westast der S4 wieder Vestärkerzüge nach München, die zwischen den im 20-Minutentakt laufenden S-Bahnen fahren. Diese Leistungen werden inzwischen vollständig von der Baureihe 420 erbracht, die es aus Stuttgart nach München verschlagen hat.

Von Fürstenfeldbruck aus starten heute keine zusätzlichen Züge mehr nach München, dafür aus Buchenau, Grafrath und Geltendorf.

Am 6. Februar 2015 rollt von Buchenau kommend 420 437 an der Kirche des Klosters Fürstenfeld vorbei und erreicht gleich das westliche Einfahrtsignal von Fürstenfeldbruck.

8.) Bis heute gibt es einen Regional-Express aus Richtung München, der am späten Nachmittag in Fürstenfeldbruck einen Halt einlegt. Bis 2010 der RE 32760 nach Kempten, seither der 57444 nach Memmingen. Am 18 März 2009 bespannte die frühere Citybahn-Lok 218 141 den Kemptener Zug. Hier beschleunigt sie gerade wieder nach dem Halt in Fürstenfeldbruck.

Die Lok hatte von 1984 bis 1994 den orange-beigen Citybahn-Anstrich und war von 1971 bis 2003 im Bw Hagen-Eckesey beheimatet. Danach in Oberhausen und Regensburg, ehe sie am 14.12.2008 nach Kempten kam und die Dienste auf der Allgäubahn übernahm. Jedoch bereits am 14.11.2009 wurde sie z-gestellt und kurze Zeit danach ausgemustert.

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