Doku des Alltags: BD München

Passau – Neumarkt-St. Veit

Fürstenzell
km 16,4 v. Passau

1.) Auch aus Bruchsteinen errichtet ist der Bahnhof Fürstenzell. Fürstenzell ist ein bedeutsamer Bahnhof der Strecke. Der Bahnhof liegt am km 16,37. Im Anschluss daran wird zuerst der Zellerbach überquert, dann vollzieht die Bahn annähernd eine 180°-Kurve. Der Radius beträgt 180 Meter, das ist für Nebenbahnen der kleinste zulässige Radius für Hauptbahnfahrzeuge, also 26,4 m-Wagen.

2.) Gleich hinter der nördlichen Bahnhofsweiche wird auf einer Blechträgerbrücke der Zellerbach überquert. Ein 628 aus Passau überquert gerade die Brücke und wird gleich den Bahnhof erreichen. Dort hat er ein paar Minuten Aufenthalt wegen der Zugkreuzung mit dem IC Rottaler Land.

3.) Ein Blick ins Fahrdienstleiterstellwerk auf den Gleisplan über der Hebelbank. Früher hatte der Bahnhof 3 beidseitig angeschlossene Gleise. Ursprünglich gab es gegenüber vom Empfangsgebäude einen einständigen Lokschuppen. Durch die Steigungsabschnitte mussten schwere Züge hier nachgeschoben werden, weshalb in Fürstenzell eine Lok stationiert war.

4.) Darunter die Hebelbank des mechanischen Einheitsstellwerks. Es wurde 1958 installiert. Zuvor war hier wohl ein Kurbelstellwerk.

5.) Um 10:25, also fast 3,5 Stunden nach seiner Abfahrt in München Hbf verlässt der Rottaler IC den Bahnhof Fürstenzell. Dort legt der Zug zwar keinen planmäßigen Reisezughalt ein, muß aber eine Kreuzung mit der entgegenkommenden RB 27318 abwarten.

6.) Der Zug poltert über die Brücke über den Zellerbach. Urspürnglich ruhte auf den Granitpfeilern eine Gitterbrücke, die 1968 durch diese Blechträgerbrücke ersetzt wurde. Die Trasse verläuft hier nordwärts. Gleich im Anschluss an die Brücke erfolgt eine enge 180°-Kurve in östliche Richtung. Siehe auch Karte hier.

7.) Das Bahnhofsgebäude von Fürstenzell. Im Anbau befindet sich das Stellwerk. Im Hintergrund an der Ausfahrt ist die Brücke mit anschließender Kurve zu sehen.

8. a/b) Die beiden Bahnhofsausfahrten nach Pocking (links) wohin die Strecke abfällt und Passau (rechts) mit dem weiteren Anstieg nach Überquerung des Zellerbaches.

9.) Blick auf den Bahnhof Richtung Süden. Die Bahnsteige mit Beleuchtung wurden kurz zuvor erneuert.

10.) Das Lagerhaus an der nördlichen Ausfahrt. Güterverladung gibt es hier keine mehr.

11.) Dokumentation des Fürstenzeller Rundkurses. Beginn am Einfahrtvorsignal im Bereich des Gegenbogens. Die Strecke kommt von Südost und biegt am Vorsignal nach Norden ab. In der Sichtachsenverlängerung sind im Hintergrund zwei Kirchtürme zu sehen. Das ist das Kloster Fürstenzell, das sich mitten in der Ortschaft befindet.



12.) Zur Veranschaulichung der Eisenbahnsituation in Fürstenzell ein maßstäblicher Lageplan.

13.) Mit Geklapper stellt sich der Flügel des Vorsignals auf Vr 2. In Fürstenzell finden stündlich Zugkreuzungen statt, Züge aus Passau kommen grundsätzlich auf Gleis 2 rein, deshalb ist hier Langsamfahrt zu erwarten.

14.) Ganze 20 Minuten nachdem der Fahrdienstleiter in Früstenzell das Signal aufgezogen hat, kommt der 628 578 planmäßig angerollt. Der Triebwagen kam als Leerfahrzeug an der RB 27315 nach Passau, hier kehrt er als nächste Leistung nach Mühldorf zurück.

15.) Mit Geknarze und singenden Schienen gehts nun bergab in die 180°-Schleife dem Bahnhof entgegen.



16.) Dank der verkehrsroten Farbgebung ist die sich nähernde 218 sofort erkennbar. Auch das zweiflüglige Signal von Gleis 2 vor dem Lagerhaus.

Eine der wenigen Stellen, von denen aus die Dimension der Schleife noch sichtbar ist.

17.) Und schon kommt sie angefahren, die Drehgestelle der IC-Wagen sind normalerweise andere Radien gewohnt als dieser hier von 180 m. 218 421 röhrt um die Kurve im Anstieg. Die Kurve hat durchgehend eine Zwangsschiene und im Bereich der Brücke außen eine Entgleisungsführungsschiene.

18.–20.) Kaum geht der Bogen in die Gerade über beginnt schon der Gegenbogen. Ende der einen und Beginn der anderen Zwangsschienen liegen direkt gegenüber. Rechts vom Gleis der Drahtzug zum Vorsignal.

Drei Monate vorher war der Zug ebenfalls mit 218 421 unterwegs. Hier zu sehen nach der Abfahrt in Dorfen Bahnhof.

21.) Der letzte Wagen entschwindet in der Kurve an deren Ende das Vorsignal steht.



22.) Das Einfahrtsignal von Fürstenzell. Hier biegt sich der Gleisstrang schon in Richtung Bahnhof.

23.) Auch auf diesem Bild wird die enge Kurve nochmal deutlich.

24.) Der Blick in die entgegengesetzte Richtung. Oben auf der Kuppe steht das Gebäude samt Tower des Flugplatzes Fürstenzell.



25.) Ausfahrt von 211 349 aus Fürstenzell über den Zellerbach 11. Juni 1983. Blick auf die Brücke von Norden her. Der Bewuchs ist noch deutlich niedriger als heutzutage. Die komplette Kurve dürfte noch einsehbar gewesen sein.



26.) Schienenbus-Ausfahrt aus Fürstenzell im Sommer 1988. Dies ist die Kurve mit der Brücke beim km 15,6



27.) In weiten Schlangenlinien geht es Neukirchen (Inn) entgegen. Über die Brücke rechts wird der Simbacher Bach überquert. Links hinauf führt die Straße zum Fürstenzeller Flugplatz über den Hügel hinweg und gegenüber wieder hinunter um dort auf die Bahnunterführung kurz vor dem Einfahrsignal zu treffen.