Doku-des-Alltags: Strecken und Bahnhöfe
Ein Jahr vor Ende der Akkutriebwagen im Ruhrgebiet befuhr ich 1994 die kurzen Stichstrecken Oberhausen Hbf – Duisburg-Meiderich Süd (KBS 447) und Mülheim-Styrum – Duisburg-Ruhrort (KBS 448). Die Strecken waren nur 8 und 9 Kilometer lang, dementsprechend kurz die Fahrzeiten. Dafür gab es eine enorme Zugdichte, beide Strecken wurden im Halbstundentakt bedient. Während die Strecke aus Mülheim-Styrum 1995 im Personenverkehr stillgelegt wurde (1996 im Gesamtverkehr), existiert bis heute die Verbindung Oberhausen Hbf – Duisburg-Ruhrort.
Der Abschnitt Ruhrort – Styrum ist Teilstück der früheren Strecke Aachen – Mönchengladbach – Soest, der Rhein zwischen Homberg und Ruhrort wurde von 1852 bis 1883 mittels Trajekt überquert. Der Bahnhof Ruhrort lag somit am km 107,3 ab Aachen (heute am km 8,87 ab Oberhausen Hbf). Zwischen Duisburg-Meiderich Süd (km 110,8) und Mülheim-Styrum (116,4) wurde die Kilometrierung bis zuletzt so beibehalten. Leider ist auf meinen Bildern nur ein einziger Stein gelandet, der dies auch belegt.
Los gehts mit der Einfahrt in Duisburg Hbf.
1.) Ich startete um 5:42 in München mit dem ICE 694 München – Berlin und stieg um 8:32 in Mannheim in den IC 504 ›Kaiserstuhl‹ Basel Bad Bf – Berlin, der mich bis Essen Hbf brachte. Hier ist mit leichter Verspätung die Einfahrt in Duisburg Hbf zu sehen. Weiter drüber fährt gerade eine 120 mit dem IC 613 nach München ab.
2.) Parallel zu meinem IC fährt der Nahverkehrszug aus Xanten ein, bespannt mit 212 234.
3.) Meine erste Destination war Essen Hbf, dort hatte ich Anschluss nach Bottrop Hbf, mit dem N 5880 Langenberg – Haltern (planmäßige Abfahrt 12:03), der den verspäteten IC abwartete. Für ein Bild des Zuges war in Essen leider keine Zeit mehr. Der Zug, dessen Rückseite hier zu sehen ist, ist der E 3467 Essen – Bestwig – Warburg. Die erkennbare Silhouette des Triebfahrzeugs zeigt eine Ellok. Bis Hagen Hbf war der Zug elektrisch bespannt, dann kam eine Diesellok davor.
4.) Mit Diesel ging es auch für mich erstmal weiter. 216 104 schiebt den Wendezug durch die Essener Vororte und bald ist die Emscher und der Emscherschnellweg überquert.
5.) Ankunft in Bottrop Hbf mit 9 Minuten Verspätung. Mein Anschlusszug, der N 8062 Borken – Oberhausen wartete bereits auf der gegenüberliegenden Seite des Empfangsgebäudes auf Gleis 17. Aufgrund der Zeitknappheit blieb er leider unfotografiert. Die andere Seite des Empfangsgebäudes hatte ich dafür zwei Jahre vorher schon mal im Bild festgehalten, auf der Fahrt von Coesfeld nach Oberhausen.
6.) Der alte Bottroper Hbf hatte hier seine beste Zeit schon hinter sich. Ein paar Jahre später wurde ein Stück in dieser Richtung der neue Bahnhof in Betrieb genommen.
7.) Planmäßige Ankunft in Oberhausen Hbf war schließlich um 12:47, nunmehr war ich wieder in Plan. Ansicht des Bahnhofsgebäudes.
8.) Nun kommen wir zur eigentlichen Tour. Auf Gleis 15 ist schon der Nt 8434 nach Duisburg-Meiderich Süd angeschlagen, Abfahrt um 13:10. Nebendran auf Gleis 15 rollt der 515 566 durch. Mit ihm werde ich später von Meiderich Süd nach Ruhrort fahren. Zuerst begibt er sich auf Leerfahrt nach Mülheim-Styrum um von dort als Nt 8226 um 13:16 die Fahrt nach Duisburg-Ruhrort anzutreten.
9.) Aber zunächst hab ich es mir in 515 528 gemütlich gemacht, wie meistens bei Triebwagenfahrten mit Blick nach hinten raus. Nach dem Verlassen von Oberhausen Hbf, schwenkt die Strecke nach Westen und führt schnurgerade Richtung Rhein-Herne-Kanal. Beim km 2,8 hat man gerade den Hp Duisburg-Obermeiderich hinter sich gelassen und die A3 überquert.
10.) Von Nordosten her schwenkt nun die Güterstrecke von Oberhausen West ein und es werden die, ebenfalls von dort kommenden Strecken nach Duisburg-Wedau und Duisburg Hbf unterquert.
11.) Links ein weiteres Verbindungsgleis nach Oberhausen West.

12.) Überquerung des Rhein-Herne-Kanal beim km 3,5 mit direkt anschließenden Hp Duisburg-Meiderich Ost. Der km 22,6 an der Güterstrecke bezieht sich auf den Abzw. Meerbeck, nördlich von Moers.
13.) Ankunft nach 8 minütiger Fahrzeit im großen, aber gestutzten Bahnhof Duisburg-Meiderich Süd. Das Streckengleis aus Oberhausen endete zum Zeitpunkt am Prellbock. Heute geht es wieder durch bis Ruhrort, dafür gibt es die Strecke nach Mülheim-Styrum nicht mehr.
Die Gleisplanskizze zeigt den Zustand 1994. In grau gehalten ist der Versuch, vormalige Gleise und Verbindungen zu rekonstruieren, allerdings ohne Anspruch auf Richtigkeit.
14.) Die Wendezeit beträgt acht Minuten. Um 13:26 wird 515 528 zurück nach Oberhausen Hbf gondeln. Blick vom heute nicht mehr existenten Bahnsteig der Strecke Mülheim-Styrum – Duisburg-Ruhrort.

15.) Von Ruhrort kommt gerade 515 645 und legt auf Gleis 1 seinen Halt ein. Der Bahnhof liegt in Hochlage, links ist das Bahnhofsgebäude zu sehen.
16.) Ehe er abfährt, ist auf Gleis 2 das Signal auf Hp 2 aufgezogen.
17. + 18.) Fast zeitgleich erfolgt die Ankunft und Abfahrt der beiden ETA entlang des langen, von der Botanik eroberten Bahnsteigs. Diese Stelle sucht man heute vergebens, der Bahndamm ist abgetragen und das Areal umgestaltet.
19.) Und hier haben wir ihn wieder: den zuvor schon in Oberhausen Hbf gesichteten 515 566. Jetzt legte ich dann doch mal einen Sprint hin, um ihn noch zu erreichen. Abfahrt 13:25.
20.) Abfahrt aus Duisburg-Meiderich Süd mit 515 566, vorbei am Stellwerk Me.
21.) Hinter dem Einfahrsignal, am km 6,0 endet der Fahrdraht.
22.) Das Einfahrvorsignal.
23.) Durch brachliegendes Gebiet geht es nun Ruhrort entgegen. Ursprünglich führten zwei doppelgleisige Strecken nach Ruhrort, die Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft von Oberhausen und die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft von Mülheim-Styrum. Von 1852 bis 1883 gab es einen Trajektverkehr von Ruhrort auf die andere Rheinseite.
24.) Einfahrt in Duisburg-Ruhrort. Das Stellwerk erinnert daran, dass das früher ein richtig großer Personenbahnhof war.
25. + 26.) 515 566 am Streckenende. Das inzwischen einzige verbliebene Gleis endet stumpf und ohne Umfahrmöglichkeit neben dem Bahnhofsgebäude von 1959.
27.) Detailansicht von 515 566.
28.) Der Aufenthalt beträgt genau 20 Minuten, dann geht die Fahrt zurück nach Mülheim-Styrum.
29.) Der einstige große Querbahnsteig war für ein großes Fahrgastaufkommen ausgelegt. Rechterhalb endeten früher mehrere Stumpfgleise.

30.) Dann stieg ich wieder in den Triebwagen ein und wartete auf die Abfahrt.
31.) Wieder ist Meiderich Süd erreicht, ein weiteres Mal geht es am Stellwerk Me vorbei. Nach links sieht man die Strecke zum Gbf Ruhrort Hafen abzweigen.

32.) Nun rollt der ETA über den Streckenabschnitt nach Mülheim-Stryrum, der inzwischen abgebaut ist. 1996 erfolgte die Stillegung des Gesamtverkehrs. Hier haben wir gerade den Hp Duisburg-Ratingsee hinter uns gelassen und passieren ein Deckungssignal.
33.) Es folgt die bekannte Gleisverschlingung auf der nur eingleisigen Brücke über den Rhein-Herne-Kanal. Diese Brücke befand sich etwa 440 m südlich von der auf Bild 12 zu sehenden Brücke.

34.) Auf der westlichen Seite trennen sich die Schienenstränge wieder und führen auf zweigleisiger Trasse weiter.
35.) Wieder wird die Strecke Oberhausen West – Duisburg-Wedau (Brücken im Hintergrund) unterquert und der Hp Duisburg-Dümpten (km 113,0) erreicht, der gleichzeitig Abzweigstelle einer Verbindung nach Ruhrort Hafen war.
Das hier zu sehen Stellwerk Ht gehört zum Bahnhof Alstaden und steht auf Duisburger Gebiet.
36.) Im weiteren Verlauf wird die ein weiteres Mal die A3 gekreuzt, diesmal gehts unten durch. Dann folgt ein Bahnübergang an der Blockstraße, wo der km 113,8 zu erkennen ist. Hier ist das Stellwerk Ot zu sehen, ebenfalls zum Bahnhof Alstaden gehörig, aber auf Oberhauser Gebiet.

37.) Das nächste Bild ist leider hoffnungslos verwackelt. Es zeigt Alstaden von der anderen Seite, bereits kurz vor Mülheim-Styrum.
38.) Kurz nach der Ankunft in Mülheim-Styrum. Von dort nahm ich dann die S-Bahn zurück nach Duisburg Hbf. 111 145 bei der Einfahrt. 515 566 ist im Hintergrund gerade dabei auf ein anderes Gleis umzusetzen.
39.) In Duisburg Hbf schließt sich der Kreis wieder. Knapp 2,5 Stunden nach meiner mittäglichen Durchfahrt kam ich dort wieder an. Hier ist 111 143 zu sehen, unterwegs nach Dortmund-Mengede, Ankunft dort um 15:33. Daneben steht 141 301 mit einem unbekannten Nahverkehrszug.
40.) Das Empfangsgebäude von Duisburg Hbf wurde, wie das von Oberhausen, 1934 in Betrieb genommen.
41.) Der Osteingang auf der gegenüberliegenden Seite vom Bahnsteigtunnel.
42.) Einfahrt einer 110 mit einem Nahverkehrszug aus Köln über Mönchengladbach, links daneben das Stellwerk Dhf (Sp Dr S60), das von 1962 bis 2014 den Betrieb regelte. Ich für meinen Teil stieg dann um 14:46 in den IC 522 aus Passau und fuhr damit weiter nach Hamburg.
43.) Ein zweites Mal erreichte ich an dem Tag Essen Hbf, wo bei der Einfahrt 141 166 entgegenkam. So wie es aussieht mit einem Leerzug, der abgestellt wird.