1.) Das Bahnhofsgebäude von Giesing stammt aus dem Jahr 1898 und ist bis heute erhalten.
Der Bahnhof München-Giesing liegt an der seit 2003 zweigleisigen Strecke München Ost – Deisenhofen. In Giesing zweigt zudem die eingleisige Strecke nach Kreuzstraße ab
Eröffnungsdaten:
München Ost – Mü-Giesing – Deisenhofen: 10.10.1889
München-Giesing – Aying: 06.06.1904
Aying – Kreuzstraße: 25.11.1912
Elektrifizierung:
München Ost – Deisenhofen: 23.05.1971
München-Giesing – Kreuzstraße: 26.09.1971
Zweigleisiger Ausbau:
München-Giesing – Deisenhofen: 10.2003
Zwischen München Ost und Giesing war die Strecke seit jeher zweigleisig
2. + 3.) Der Bahnhof Giesing am 10.09.1964. Der P 4229 München Ost – Deisenhofen ist mit 64 451 (Bw München Ost) auf Gleis 2 eingefahren. In den Packwagen wird Expreßgut verladen.
Schon zu dieser Zeit war die Strecke München Ost – Giesing zweigleisig, während sich nach Süden die beiden Strecken nach Deisenhofen und Kreuzstraße jeweils eingleisig trennten. Der Bahnhof besteht aus vier durchgehenden Gleisen, davon drei mit Zwischenbahnsteig. Es gibt eine Ortsgüteranlage mit Ladegleisen sowie zahlreiche Industrieanschlüsse.
Einsatz BR 64 Bw München Ost am 10.09.64
64 151 in Ausbesserung im Bw
64 242 im Einsatz (02.09. – 08.09. Ausbesserung im Bw)
64 252 z (ohne Fristen, von Ausbesserung zurückgestellt)
64 254 z (ohne Fristen, von Ausbesserung zurückgestellt)
64 255 z (ohne Fristen, von Ausbesserung zurückgestellt)
64 258 im Einsatz
64 284 im AW Weiden (Bedarfsausbesserung L0)
64 340 im Einsatz
64 341 z (ohne Fristen, von Ausbesserung zurückgestellt)
64 343 im Einsatz
64 357 im Einsatz
64 451 im Einsatz (ab 12.09. kurzzeitig unbenutzt, ab 14.09. Ausbesserung im Bw)
Quelle: Ernst Ulrich / Zusammengestellt nach Verwendungsnachweis BR 64 und 94 Bw München Ost, September 1964, Sammlung Skrzypnik
4.) Mit einigen Zugläufen kamen Rosenheimer Schienenbusse bis nach München Ost. VT 98 9785 als Pto 4029 München Ost – Giesing – Kreuzstraße.
5.) Die Strecken nach Deisenhofen und Kreuzstraße waren eine Domäne der Akkutriebwagen. Im Bw München Ost waren bereits in den 1930er Jahren Wittfeld-Akkutriebwagen beheimatet, die hier zum Einsatz kamen. Bis zur S-Bahn-Betriebsaufnahme waren ETA 150 eingesetzt, aber auch lokbespannte Züge mit V 100. Hier fährt 515 022 am 15.11.1969 als N 4224 von Deisenhofen kommend in Giesing auf Gleis 3 ein. Abfahrt in Deisenhofen war um 14:10, Ankunft in München Ost um 14:31. Nach kurzer Wendezeit geht es um 14:40 schon wieder zurück nach Deisenhofen. Das Fabrikgebäude links ist die „W. F. Verdier KG, Bettfedernfabrik“
6.) In der Gegenrichtung verlässt 212 355 mit dem N 4029 Gleis 2. Die in den frühen 60er Jahren noch aus Schienenbussen gebildete Leistung (s. Bild 3) ist inzwischen zum lokbespannten Wendezug geworden.
Links ist das heute noch erhaltene und unter Denkmalschutz stehende hölzerne Bahnhofsgebäude aus der Zeit der Streckeneröffnung 1898. Am anderen Ende von Gleis 1 ist das Stellwerk Mg (stellwerke.info) zu sehen, das zusammen mit dem Stellwerk Mgs (stellwerke.info) 1938 das Krauss-Stellwerk im Bahnhofsgebäude ablösten. Diese beiden Stellwerke waren wiederum bis 14.04.1972 in Betrieb. Seither wird der Bahnhof von München Ost aus fergesteuert.
7.) Richtung Deisenhofen geht es mit Hp1 aus Gleis 2. Wiederum 515 022 macht sich als N 4227 auf den Weg dort hin. Ankunft dort ist um 15:00. Wie man hier sieht, sind die Hochbahnsteige für die künftige S-Bahn schon fertig. Die Elektrifzierung erfolgte 1971.
8.) Das S-Bahn-Zeitalter hat begonnnen. Urspünglich fuhren hier die Linien S 1 Freising – Kreuzstraße und S 2 Petershausen – Holzkirchen.
420 559 am 29.03.1979 als S 1 nach Aying. Mit dem S-Bahnbetrieb wurde im Abschnitt München Ost – Giesing der Linksverkehr eingeführt, damit die am Ostbahnhof Kopf machenden Züge kreuzungsfrei ein- und ausfahren können.
9.) 420 581 wird sich auf den Weg nach Freising machen. Für die gesamte Strecke Kreuzstraße – Freising, mit einer Länge von 75 km und 31 Zwischenstationen, werden gut 1,5 Stunden benötigt.
10.) 34 Jahre später zeigt sich das Bahnhofsgebäude in renoviertem Zustand und die Umgebung um den Bahnhof herum hat sich verändert. Der Turmmast mit dem Antennenaufsatz am Hausbahnsteig ist noch erhalten.
11. + 12.) Das Überwerfungsbauwerk südlich des Bahnhofs, wo der Linksbetrieb wieder auf den Regelbetrieb wechselt. Erbaut wurde es erst mit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke nach Deisenhofen.
13.) Schematischer Plan von Giesing und dem Streckenabzweig. Von München Ost kommt die Strecke dreigleisig. Das dritte Gleis ist ein Betriebsgleis für Überführungsfahrten und den Güterverkehr. Die beiden Streckengleise werden im Linksverkehr befahren.
14.) Der Blick von der Brücke nach Süden. 423 100 hat gerade den Hp Fasangarten hinter sich gelassen und wird gleich Giesing erreichen. Links das Streckengleis nach Kreuzstraße. Der nächste Bahnhof hier ist in Perlach.
15.) Ursprünglich trennten sich hier einfach zwei eingleisgen Strecken, auch noch zur S-Bahn-Zeit. Hier verlässt wieder die 64 451 mit einem Personenzug den Giesinger Bahnhof Richtung Kreuzstraße, diesmal mit zwei Dreiachserpärchen. Der nächste Halt ist in München-Perlach.
16.) Am 18. Februar 1966 dampft 64 242 mit dem P 4029 nach Aying in Giesing an der Trambahn-Hauptwerkstätte vorbei. Der Zug ist hier schon auf dem Streckengleis nach Kreuzstraße, im Vordergrund ist die damals noch eingleisige Strecke nach Deisenhofen. Im Hintergrund die Einfahrsignale beider Strecken zum Bahnhof Giesing. Die Lok befindet sich gerade an der Weiche vom Anschlussgleis zur Hauptwerkstätte. Der Stein rechts scheint mir ein Hektometerstein "2" zu sein, für km 1,2 ab München-Giesing.
Gleich trennen sich die Streckengleise und die Kreuzstraßer Strecke führt in einem Bogen nach Osten und überquert bald darauf auf einem Bahnübergang die Balanstraße. Diese lange Straße beginnt in München am Rosenheimer Platz und endet am südlichen Ende von Perlach quasi als asphaltierter Feldweg.
17.) Die Situation im August 2025. 423 583 fährt Richtung Kreuzstraße aus. Am Ende des hinteren Triebzuges ist die Tafel des km 1,2 zu sehen und dahinter die Weiche des Anschlussgleises in die Hauptwerkstätte (heute Trambahnmuseum). Der km 3,6 am mittleren Gleis bezieht sich auf die Strecke München Ost – Deisenhofen.
18.) Gelegentlich sind Streckenbauarbeiten der Grund, warum die BRB-Züge ins Oberland nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee in München Ost beginnen und über Deisenhofen nach Holzkirchen gelangen. Hier befindet sich VT 474 gerade auf dem Überwerfungsbauwerk um wieder auf Rechtsverkehr zu wechseln.
19.) 423 763 kommt von Holzkirchen und wechselt gerade von Rechts- auf Linksverkehr.
20.) Gefolgt von VT 476 nach München Ost.
21. + 22.) 420 939 kommt als S 5 von Kreuzstraße.
23.) Zurück zum Bahnhof Giesing. 420 975 fährt als S 3 von Holzkirchen kommend auf Gleis 3 ein, der Zug endet baustellenbedingt hier, in 15 Minuten geht es zurück nach Holzkirchen. Die neue (petrolblaue) S 5 wurde 2024 eingeführt und führt von München-Pasing nach Kreuzstraße, als Ersatz der bisherigen S 7. Diese wiederum fährt nun von München Hbf (Starnberger Flügelbahnhof) nach Wolfratshausen.
Zum Berufsverkehr fährt die S 5 auf ihrer ursprünglichen Linie von Pasing weiter bis Germering-Unterpfaffenhofen (geplant ist offenbar bis nach Weßling).
24.) Ein Stockwerk tiefer ist die U-Bahnstation von Giesing, die von der U 2 angefahren wird.
25.) Bahnhofsplatz Giesing Anfang 1996. Das Gebäude war noch nicht renoviert und in einem kläglichen Zustand.
Ab 1909 war direkt vor dem Gebäude eine Endstation der Trambahn.Ab 1921 wurde die Strecke entlang der Schwanseestraße bis zur Kreuzung Ständlerstraße/Stadelheimer Straße verlängert, um einen Anschluss an den neuen Betriebshof in der Ständlerstraße zu erhalten
Quelle: trambahn.org
26.) Direkt am Bahnhof gab es ursprünglich auch eine Trambahnschleife.